Der Drogistenverband möchte einen Artikel über Laureus Cavallo
schreiben.
Hierzu ist ein kleiner Projektbesuch am 16. Juni im Stall geplant. In diesem
Themenheft angesprochen ist das Neinsagen und die Antwort darauf in
Erziehungsfragen.
Die Besucherin informierte sich erst über den Stall und die Gepflogenheiten,
dann ausgiebig über das Projekt Laureus-Cavallo bei Dave Mischler (Schulamt) und
Markus Meser (Laureus Cavallo). Während der Fotograf/Filmer sich mit
Impressionen der Kinder vor der Reitstunde eindeckte, fragte sie einige Eltern
über die 1. Kontaktaufnahme, 2. die wöchentlichen Unterrichtsstunden und 3.die
Wahrnehmung der Fortschritte.
Über die Lehrer und das Schulamt fand nach einer internen Prüfung eine
Kontaktaufnahme mit den Eltern statt, dann ermunterte Dave die Kinder zu Beginn
durch eine Zeichnung, was alleine schon aussagekräftig war. Drei
Übungs-Lektionen halfen den Jugendlichen, sich definitiv für das Projekt
einzuschreiben.
In den eineinhalb Jahren seit Start erarbeiteten sich die Teenies gewaltige
Fortschritte rund ums Pferd. Vielleicht auch mit dem klaren Bewusstsein, dass
alles zwar gratis zu bekommen war, aber nur auf dem gehaltenen Level des
geleisteten Einsatzes. Die Grosszügigkeit der Laureus-Verantwortlichen zeigte
auch sonst tolles Verständnis, z.B. dass jüngere Geschwister nachkommen durften.
Alleinerziehende und Eltern lobten denn auch die Fortschritte ihrer
reitbegeisterten Sprösslinge im sozialen Verhalten andern gegenüber, im
selbstbewussteren ruhigen Auftreten, fehlende Handy oder Markenartikel wären
nicht mehr mit Negativvorkommnissen verbunden, weniger Aggressionen im Alltag,
subtileren Umgang mit Tieren allgemein, dadurch Talentvertiefung erst möglich.
Wirklich nur positive Entwicklung!
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Während über die Köpfe der Pferde hinweg einige Schwalben im Tiefflug zu ihren Nestern flogen und lautes „Getschilpe“ hörbar war, herrschte sonst im Stall wirkliche Ruhe. Voller Konzentration pflegten die Kid’s ihre Vierbeiner und dies sehr korrekt und ausgiebig. Die Zuschauerin wie der Fotograf waren erstaunt über die Unterrichtsstunde ohne Hektik, das Nebenher von 17 Pferden in der Halle ohne Auflaufen oder Treten, die interessierte Motivation der Kinder und das zweifellos freudige Mitmachen aller Freiberger. Reitlehrerin Andrea korrigierte sanft aber bestimmt kleine Fehler, gab Hilfestellungen, ermunterte hie und da, gestattete den Einsatz der Peitsche wenn nötig, um nachher cool und freundlich souverän die Antwort auf die Frage zu geben: warum reiten die Kinder ohne Sattel? “Es war heute bei Mehrheitsentscheid ihr eigener Wunsch. Man spürt die Wärme des Tieres besser, die Bewegungen übertragen sich auf den Menschen, die Kraft der Muskeln und Sehnen sind spürbar, das Einwirken mit dem Sitz ergibt sich fast von selbst, für Gleichgewichtsübungen ist das optimal, weil der Sattel ja eher Stabilität und trügerische Sicherheit mit den Füssen im Steigbügel vermittelt, somit bei gesattelten Pferden auch öfter gröbere Handbewegungen vorherrschen. Sie werden sehen, auch Sprungübungen passen hervorragend.“ Und genauso war es. Als kleines Dankeschön für die rege Beteiligung am Unterricht, erlaubte Andrea den Kid’s zum Schluss Spassübungen (Stehen auf dem Pferd, runterrutschen…) und Trampolinhüpfen aufs Pferd. Auch hier zeigten sich die Kinder sehr phantasievoll. Eine weitere Belohnung gab es für Fortgeschrittene. Sie konnten sich anschliessend Teile einer Reitstunde verdienen, indem sie in der nachfolgenden Reitstunde die Jüngeren führten. Somit konnte das Gelernte unter Aufsicht gleich weitergegben werden und Bruno Isliker wird auf diese Weise keine Nachwuchsprobleme haben.
Für ein kleines Problem musste noch eine Lösung gefunden werden. Einige Eltern waren mit der Öffentlichkeitsarbeit (Fotos der Kinder in den Medien) des Projektes Laureus Cavallo – die vom angesprochenen Publikum und den Initianten klar gutgeheissen und abgesegnet wurde – in dieser Form nicht einverstanden. Dieser Anregung konnte nachgegangen werden, dass es jetzt für alle Parteien stimmt, obwohl die Jugendlichen dies eigentlich eher bedauerten und gerne Red und Antwort standen für Journalisten.